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Die fränkischen Regierungsbezirke

Zeichnung: J. Dill
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Lokalbahn-Ecke  ....  Nebenstrecken in Franken

Lokalbahn-Ecke

 

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Stand: 22.02 2012
20 Nebenbahnen | 8 online
29 Nebenbahnen | 3 online
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Sekundärbahn-Gesetz vom 28. April 1882

Lokalbahn-Gesetz vom 21. April 1884

Ab sofort mussten die Interessenten nur noch den Grund und Boden kostenfrei zur Verfügung stellen, die Gesamtbaukosten von Sekundärbahnen finanzierten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen. Hierdurch bestand Hoffnung auf eine gesteigerte Nachfrage nach neuen Schienenverbindungen in der Fläche.

Eine Übersicht aller auf fränkischen Gebiet existenten Nebenstrecken soll noch als Download zur Verfügung gestellt werden. Sobald das soweit ist, findet ihr an dieser Stelle dann entsprechenden Link. Über die Geschichte der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen findet ihr auf den Seiten von Jürgen Pepke weitere Informationen.

Lokalbahn-Modelle.de möchte sich ganz auf das “Bahnland Franken” konzentrieren und diese Lokalbahn-Ecke den hiesigen Zweigstrecken widmen. Viel Spaß bei einer virtuellen Reise durch Franken.

Buch-Tipp

Die Vizinal-, Sekundär-, Lokal-, Klein-, Privat- und Nebenbahnen Frankens

Unter den Begriffen Vizinal-, Sekundär- und Lokalbahnen entstanden in Bayern zahlreiche Linien. Oft hatten sie nur regionale Bedeutung und wurden meist als Stichstrecken angelegt, um Kleinstädte, Marktgemeinden und Ortschaften abseits von Hauptmagistralen zu erschliessen. Franken war seit jeher meist ländlich strukturiert und viele dieser Nebenstrecken ermöglichten erst einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung. Zur Kostenersparnis verwirklichten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen alle Zweigstrecken weitgehend in einfachster Bauweise.

ISBN 3-938080-00-0

H&L-Publikationen Verlag, W. Bleiweis

Leichter Oberbau, Neigungen bis vierzig Promille und enge Gleisradien beeinflussten die Höchstgeschwindigkeit und Transportkapazität nachhaltig; viele Leute spotteten über diese Umstände. Trotzdem kämpfte die Bevölkerung oft ausdauernd und unermüdlich, um endlich den eigenen Bahnanschluss zu erhalten. So bekamen im Fränkischen diese Strecken ihre liebevoll regionalen Spitznamen wie “Bähnle”, “Express”, “Moggerla” und “Bockl”. Oft war auch der Zielort namensgebend, wie beispielsweise “Böschemer Böhle”, “Hofheimerle” oder “Schäätzer Bockerla”.

Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) bauten zwischen 1872 und 1924 (bis 1929 dann die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG)) insgesamt 177 Strecken. Daneben waren auch private Gesellschaften tätig und bauten auf eigene Rechnung zusätzlich 20 private Verkehrswege. Auf die heutigen Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken entfallen insgesamt 68 Zweiglinien. Die Lokalbahn Rentwertshausen - Römhild lag sogar vollständig auf thüringischem Gebiet, wurde jedoch von Bayern gebaut und zusammen mit der Hauptbahn Schweinfurt - Meiningen betrieben.

Von den zwanzig bayerischen Privatbahnen entfielen auf Franken lediglich fünf Nebenstrecken, wobei die private Ludwigsbahn Nürnberg - Fürth als erste Eisenbahn in Deutschland (schon 1835 eröffnet) den Reigen anführt. Damit ist das Frankenland zugleich Wiege der lokomotivbetriebenen Eisenbahnen in Deutschland.

Das Herzogtum Coburg-Sachsen-Gotha hatte sich 1919 für den Anschluss an Bayern entschlossen. Damit kamen zu den 65 fränkischen Nebenbahnen drei preussische hinzu. Die Strecke Coburg - Rodach kann zudem mit einer außergewöhnlichen Vergangenheit aufwarten: Sie entstand ursprünglich durch die private Werra-Eisenbahn-Gesellschaft. Das Coburger Eisenbahnnetz hatte damit eine gewisse Sonderstellung inne.

Gesetzgebung für Nebenstrecken im Königreich Bayern

Vizinalbahn-Gesetz vom 29. April 1869

Mitte des 19. Jahrhunderts konnte die Erschliessung des Landes durch Hauptbahnen weitgehend abgeschlossen werden. Linien mit vorwiegend lokaler Bedeutung waren jedoch mit einer Bauausführung auf Hauptbahnniveau nicht oder nur bedingt rentabel zu betreiben. Zur Förderung ländlicher Regionen erließ der Bayerische Landtag am 29. April 1869 daher ein “Gesetz über Bau und Betrieb von Eisenbahnstrecken untergeordneter Bedeutung”, das sogenannte Dotationsgesetz. Damit wurden die Grundlagen für Nebenbahnen neu geregelt und ermöglichten so technische, finanzielle und betriebliche Vereinfachungen.

Infolge der neuen Gesetzgebung entstanden in Bayern fünfzehn Vizinalbahnen mit 168 Kilometern Gesamtlänge, auf Franken entfielen davon sechs Strecken mit etwa 62 Kilometern. Die Zenngrundbahn von Siegelsdorf nach Langenzenn führt diese Liste an, sie nahm am 25. Mai 1872 als erste den Betrieb auf.

Zur Erschliessung ländlicher Gebiete stand weniger die Reisegeschwindigkeit im Fokus, vielmehr wurden durch engere Radien (Mindestradius 180 Meter), grössere Neigungen (maximal 1:40), schmälere Trassen und einen leichteren Oberbau effektiv bei den Entstehungskosten gespart. Empfehlungen des Vereines Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen sahen sogar noch einfachere Ausführungen von Vizinalbahnen vor, beispielsweise wäre durchaus eine schmalspurige Ausführung möglich gewesen, frankenweit aber nicht realisiert.

Um in den Genuss einer Bahnverbindung zu kommen, mussten die Interessenten den für die Bahnanlagen notwendigen Grund und Boden lastenfrei der Staatsbahn zur Verfügung stellen und die Erdarbeiten auf eigene Kosten ausführen. Dafür sah das Gesetz vor sie am späteren Gewinn der Vizinalbahn zu beteiligen. Die übrigen Baukosten finanzierten hälftig Mittelzuweisungen aus den Dotationsgesetzen. Den anderen Teil deckte ein hierfür aufgelegter Fonds, finanziert aus Überschüssen der Staatsbahn. Für den Bau der Schienenverbindung, sowie die Durchführung des Betriebes waren die Bayerischen Staatsbahnen verantwortlich.

Finanzierungs- und Betriebsgrundlagen

Technische Grundlagen

Die Voraussetzungen für den Erhalt einer Bahnverbindung stellte für die meisten Interessenten eine zu hohe Hürde dar, auch die durchschnittlich niedrigen Verzinsungen solcher Strecken von nur 1,5% ließ oft keinen direkten Gewinnerfolg für die Gemeinden erwarten. Daher wurden anfangs euphorische Initiativen schon im Keim erstickt. Das erkannte auch die Bayerische Staatsführung und veranlasste die Überarbeitung, beziehungsweise eine Entlastung des vorhandenen Gesetzes. Mit Beschluss vom 5. März 1882 wurde den anliegenden Gemeinden die Hälfte der Erdarbeiten, bei vollständigem Gewinnverzicht sogar der Gesamtbetrag zurückerstattet. Nach nur zwölf Jahren beendete das “Gesetz über die Behandlung bestehender Vizinalbahnen und den Bau von Sekundärbahnen” diese erste Nebenbahngesetzgebung Bayerns.

Die Nebenbahn-Lok schlechthin

Weitere Modifizierungen waren notwendig geworden, um Wirtschaftlichkeit und damit verbunden die Attraktivität für strukturschwache Regionen zu steigern. Für Lokalbahnen wurde eine Höchstgeschwindigkeit auf einheitlich maximal 30 km/h festgelegt, wodurch Vereinfachungen bei Sicherungseinrichtungen möglich wurden. So benötigten Bahnhöfe beispielsweise zwingend keine Ausfahrsignale mehr, vom Fahrdienstleiter erteilte Abfahraufträge reichten oftmals aus. Auch konnten Personen- und Güterverkehr in einem gemischten Zug (GmP) abgewickelt gemeinsam werden. Eine niedrigere Achslast und Zusammenstellungen von maximal 120 Achsen pro Zug unterstützen kürzere Bremswege. Das Planum bestehender Strassen konnte von den Bahnen mitbenutzt werden, die Züge fungierten nun als Art Strassenbahn mit reduzierter Geschwindigkeit. In Franken war die Strecke von Erlangen nach Gräfenberg durch dieses Kuriosum bekannt geworden, die Bevölkerung nannte sie, abgeleitet von Sekundärbahn, zwar “Seekuh” obwohl die Strecke erst 1886 als Lokalbahn entstand.

Die gesetzten Erwartungen konnten jedoch immer noch nicht erfüllt werden und so währte diese Form Nebenbahnen nicht ganz zwei Jahre. Mit den Strecken Nördlingen - Dombühl, Miltenberg - Amorbach und Lohr - Wertheim gingen in Franken nur drei echte Sekundärbahnen in Betrieb.

Mit einer Anzahl von 53 Strecken im Frankenland und dem Bestand des Bayerischen Lokalbahngesetzes bis zur Gründung der Reichsbahn im Jahr 1924 waren bayerische Lokalbahnen somit die erfolgreichste Form hiesiger Nebenstrecken. Danach entstanden nur noch wenige Strecken untergeordneter Bedeutung. Vereinzelt konnten der Trotz angespannter Finanzlage der Nachkriegsjahre konnten schon früher projektierte Schienenwege in Einzelfällen noch vollendet werden. Es gab aber auch zahlreiche Lokalbahn-Projekte, die niemals zur Verwirklichung kamen. Dieses Thema wäre bestimmt spannend, jedoch wollen wir es bei den real entstandenen Bahnen belassen.

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