Lokalbahn von Neustadt (Saale) nach Königshofen im Grabfeld

Text: Jürgen Dill

Quellen:

Gesetz zum Bau und Betrieb

 

30.04.1888

 

Baubeginn

 

17.03.1892

 

technische Abnahme

 

14.09.1893

 

Eröffnung der Lokalbahn

 

27.09.1893

 

Aufnahme des planmäßigen Betriebs

 

01.10.1893

 

Stillegung des Personenverkehrs

 

30.05.1976

 

Letzter Güterzug

 

30.12.1994

 

Stillegung des Gesamtverkehrs

 

01.08.1995

 

Beginn der Rückbauarbeiten

 

Nov. 1996

 

Abschluß der Rückbauarbeiten

 

Jun. 1997

 

Streckenchronik

Neustadt a. Saale

 

km 0,0

 

Heustreu Hp

 

km 3,9

 

Hollstadt

 

km 5,8

 

Taubachsmühle

 

km 9,6

 

Wülfershausen a.d. Saale

 

km 11,0

 

Saal a.d. Saale

 

km 12,7

 

Kleineibstadt

 

km 16,5

 

Großeibstadt

 

km 19,2

 

Königshofen i. Grabfeld

 

km 23,1

 

Betriebstellen

- Grabfeldbahn -

Im Jahre 1893 als einfache Lokalbahn erbaut, entwickelte sich der 23 Kilometer lange Schienenstrang im Grabfeld bald zur wichtigsten Stütze des regionalen Wirtschaftslebens. Generationen fuhren mit dem “Züchle” jahrein, jahraus in die Schule und zur Arbeit. Echte Höhepunkte gab es nur selten, etwa als Reichspräsident Paul von Hindenburg 1930 anläßlich eines Großmanövers im eigenen Sonderzug mit Salonwagen nach Königshofen reiste.

Die zentral in Deutschland gelegene Region rückte Juli 1945 durch den “Eisernen Vorhang” ins Abseits. Das Zonenrandgebiet erfreute sich zwar einer Förderung durch die Bundesregierung, größere Industriebetriebe siedelten sich aber hier nicht an. Die Landwirtschaft sorgte aber für ein reges Verkehrsaufkommen auf der Grabfeldbahn. Mit dem Wirtschaftswunder tauchte zunehmend Konkurrenz in Form von Lastkraftwagen, Omnibussen und dem stetig wachsenden Individualverkehr auf. Der Bahn wurde dadurch die Existenzgrundlage weitgehend entzogen.

Den letzten Höhepunkt ihrer Geschichte erlebte die Strecke im Oktober 1993 anläßlich des hundertjährigen Bestehens: Auf Bestellung des Landratsamtes Rhön-Grabfeld rollte aus diesem Anlaß nach mehr als 25 Jahren nochmals eine Dampflok über diese Strecke. Die beiden Sonderzüge fanden regen Zuspruch bei der Bevölkerung, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ahnte, dass es ein Abschied für immer werden sollte. In Folge der Bahnreform endete der Güterverkehr im Dezember 1994 . Sieben Monate später wurde auch die Infrastruktur formell stillgelegt. Die Demontage aller Gleisanlagen war schließlich nur noch eine Frage der Zeit. Heute verläuft auf weiten Teilen der ehemaligen Lokalbahntrasse ein Radweg. In der Modellbahn-Ecke habe ich mit den Modulen “Hollstadt” und “Taubachsmühle” die Erinnerung an diese reizvolle Strecke im Maßstab 1:160 wach gehalten.

Kursbuchstrecke 418h Neustadt (a. d. Saale) - Königshofen i. Grabfeld

Karte der Lokalbahn

Zeichnung: Jürgen Dill
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Lokalbahn

Erinnerungen an die Grabfeldbahn

Bad Königshofen im Grabfeld

Literatur-Tipp

l e i d e r 
    v e r g r i f f e n

Bilder von damals

Grabfeldbahn
Lokalbahn-Ecke
Hauptseite
Modellbahn-Ecke

Mit der grossen Stillegungswelle Mitte der 70er Jahre verlor auch die Grabfeldbahn den Personenverkehr. Die junge Kurstadt Königshofen war so nicht mehr per Bahn erreichbar. Jedoch hat sich der Güterverkehr im Grabfeld noch lange auf der Schiene halten können und einige Firmen waren treue Kunden der Bahn. Diese Zeiten sind dank “MORA C” aber schon lange vorbei. Mit dieser kleinen Diaschau möchte ich die Erinnerungen an das Bähnle wach halten. Auch wenn die Qualität der eingescannten Kleinbilddias nicht immer den neuesten Anforderungen der heutigen Technik entsprechen sind die Aufnahmen doch geschichtlich wertvoll und stammen aus einer unwiederbringlichen Zeitepoche. Viel Spaß bei der Fahrt entlang der Fränkischen Saale. Mit einem “Klick” auf das Foto geht die Reise los.

Die Grabfeldbahn heute

15 Abbildungen in der Diashow: alle Aufnahmen Jürgen Dill

Diese Diaschau zeigt einige Bahnrelikten der Lokalbahn. Aufsteigend nach Streckenkilometer kann man entdecken was der Bagger noch übrig gelassen hat und vom Zahn der Zeit weitgehend verschont geblieben ist. Einige Gebäude sind heute in Privateigentum und werden von den neuen Besitzern liebevoll gepflegt.

Mit einer guten Straßenkarte kann der automobile Eisenbahnfreund die Zeitzeugen des Bahnzeitalters erkunden. Mit einem “Klick” auf das Foto ist die virtuelle Bahnarchäologie aber auch auf dieser Seite zu erleben. Viel Spaß dabei.

6 Abbildungen in der Diashow: alle Aufnahmen Jürgen Dill

Grabfeldbahn heute

Schließlich begann die einseitige Verkehrspolitik der vorangegangenen Jahrzehnte ihre Früchte zu tragen: Planmäßige Personenzüge fuhren nur noch bis Ende Mai 1976; fortan bestand diese Linie lediglich für den - lange Zeit nicht unbedeutenden Güterverkehr weiter.

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