Lokalbahn von Neustadt (Saale) nach Königshofen im Grabfeld
Im Jahre 1893 als einfache Lokalbahn erbaut, entwickelte sich der 23 Kilometer lange Schienenstrang im Grabfeld bald zur wichtigsten Stütze des regionalen Wirtschaftslebens. Generationen fuhren mit dem
“Züchle” jahrein, jahraus in die Schule und zur Arbeit. Echte Höhepunkte gab es nur selten, etwa als Reichspräsident Paul von Hindenburg 1930 anläßlich eines Großmanövers im eigenen Sonderzug mit Salonwagen nach Königshofen
reiste.
Die zentral in Deutschland gelegene Region rückte Juli 1945 durch den “Eisernen Vorhang” ins Abseits. Das Zonenrandgebiet erfreute sich zwar einer Förderung durch die Bundesregierung, größere Industriebetriebe
siedelten sich aber hier nicht an. Die Landwirtschaft sorgte aber für ein reges Verkehrsaufkommen auf der Grabfeldbahn. Mit dem Wirtschaftswunder tauchte zunehmend Konkurrenz in Form von Lastkraftwagen, Omnibussen und dem stetig wachsenden
Individualverkehr auf. Der Bahn wurde dadurch die Existenzgrundlage weitgehend entzogen.
Den letzten Höhepunkt ihrer Geschichte erlebte die Strecke im Oktober 1993 anläßlich des hundertjährigen Bestehens: Auf Bestellung des Landratsamtes Rhön-Grabfeld rollte aus diesem Anlaß nach mehr als 25 Jahren nochmals eine
Dampflok über diese Strecke. Die beiden Sonderzüge fanden regen Zuspruch bei der Bevölkerung, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ahnte, dass es ein Abschied für immer werden sollte. In Folge der Bahnreform endete der
Güterverkehr im Dezember 1994 . Sieben Monate später wurde auch die Infrastruktur formell stillgelegt. Die Demontage aller Gleisanlagen war schließlich nur noch eine Frage der Zeit. Heute verläuft auf weiten Teilen der ehemaligen
Lokalbahntrasse ein Radweg. In der Modellbahn-Ecke habe ich mit den Modulen “Hollstadt” und “Taubachsmühle” die Erinnerung an diese reizvolle Strecke im Maßstab 1:160 wach gehalten.
Kursbuchstrecke 418h Neustadt (a. d. Saale) - Königshofen i. Grabfeld
Erinnerungen an die Grabfeldbahn
Mit der grossen Stillegungswelle Mitte der 70er Jahre verlor auch die Grabfeldbahn den Personenverkehr. Die junge Kurstadt Königshofen war so nicht mehr per Bahn erreichbar. Jedoch hat sich der Güterverkehr im Grabfeld noch
lange auf der Schiene halten können und einige Firmen waren treue Kunden der Bahn. Diese Zeiten sind dank “MORA C” aber schon lange vorbei. Mit dieser kleinen Diaschau möchte ich die Erinnerungen an das Bähnle wach halten. Auch
wenn die Qualität der eingescannten Kleinbilddias nicht immer den neuesten Anforderungen der heutigen Technik entsprechen sind die Aufnahmen doch geschichtlich wertvoll und stammen aus einer unwiederbringlichen Zeitepoche. Viel Spaß bei
der Fahrt entlang der Fränkischen Saale. Mit einem “Klick” auf das Foto geht die Reise los.
15 Abbildungen in der Diashow: alle Aufnahmen Jürgen Dill
Diese Diaschau zeigt einige Bahnrelikten der Lokalbahn. Aufsteigend nach Streckenkilometer kann man entdecken was der Bagger noch übrig gelassen hat und vom Zahn der Zeit weitgehend verschont geblieben ist. Einige
Gebäude sind heute in Privateigentum und werden von den neuen Besitzern liebevoll gepflegt.
Mit einer guten Straßenkarte kann der automobile Eisenbahnfreund die Zeitzeugen des Bahnzeitalters erkunden. Mit einem “Klick” auf das Foto ist die virtuelle Bahnarchäologie aber auch auf dieser Seite zu erleben.
Viel Spaß dabei.
6 Abbildungen in der Diashow: alle Aufnahmen Jürgen Dill
Schließlich begann die einseitige Verkehrspolitik der vorangegangenen Jahrzehnte ihre Früchte zu tragen: Planmäßige Personenzüge fuhren nur noch bis Ende Mai 1976; fortan bestand diese Linie lediglich für den - lange Zeit
nicht unbedeutenden Güterverkehr weiter.